Einen Nachtrag muss ich mal anbringen – das wurde auch schon vom lobenswerten ÖR Magazin Zapp thematisiert. Man sollte meinen, dass die ÖR Reisejournalisten im Laufe des letzten Jahrzehntes mal irgendwas vom Doping im Radsport mitbekommen haben – der Spiegel hat es jedenfalls kontinuierlich geschafft dort Skandale aufzudecken:
1997: Der Radprofi Jörg Paffrath gesteht im “Spiegel”: “Wie ein Hund an der Kette” habe ich mich gefühlt. “Ohne Chemie läuft in dem Geschäft gar nichts.” Über drei Seiten beschreibt der ehemalige “Tour de France”-Fahrer den Gebrauch von Dopingmitteln. Ein mutiges Geständnis mit schlimmen Folgen. Udo Ludwig, “Spiegel”-Redakteur: “Paffrath hatte nie wieder eine Chance im Radsport unterzukommen. Er hat noch mal nachher versucht, ein klein bisschen im Amateurbereich kleine Rennen zu fahren, aber man hat ihn gnadenlos verfolgt, und hat ihn gnadenlos in der Szene eben belangt und aussortiert.” Paffrath – aussortiert als Nestbeschmutzer.
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ARD, ZDF und andere Sender übertrugen die Radrennen. Auch dann noch, als der “Spiegel” die nächste Skandalgeschichte veröffentlichte: “Die Werte spielen verrückt” – 1999 – sechs Seiten über angebliches Doping beim “Team Telekom”. Das Unternehmen stritt alles ab, ging vor Gericht und drohte mit Anzeigenboykott. Der “Spiegel” hoffte vergebens auf Unterstützung durch andere Journalisten. Udo Ludwig: "Natürlich hat damals die Journalistenschar sehr negativ gegenüber uns reagiert, wir wurden teilweise eben als Kollegen nicht mehr wahrgenommen.
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Kein Thema – auch nicht für die ARD – sechs Jahre lang Mitsponsor des “Team Telekom”. Ihr damaliger Sportkoordinator Hagen Boßdorf 2002: “Sagt die Telekom, es gibt keinen Dopingfall, dann gibt es auch keinen Dopingfall für die ARD.”
Und dann war da ja noch die Fernsehrunde bei Maybrit Illner, unter anderem besetzt mit dem ARD Sportchef – Frau Illner fragt Herrn Aldag: “Was hat Sie denn jetzt bewogen doch an die Öffentlichkeit zu gehen” Antwort: “Nachdem der Spiegel letzte Woche mit der d'Hondt Sache als Titel rausgekommen ist habe ich gedacht das hat keinen Zweck mehr”. Tja. der Spiegel schafft das, was sich die ARD für dieses Jahr erstmals fest vorgenommen hat: kritisch berichten. Spiel, Satz und Sieg Spiegel würde ich sagen.




Meines Erachtens hinkt die Qualität der Onlineausgabe sogar der Printversion hinterher. Reißerische Sex&Crime-Schlagzeilen, völlig irrelevante “News†frisch vom Boulevard, hämische Kommentare von Malzahn und Broder, schlecht recherchierte oder manipulativ
Aufgenommen: Jun 06, 17:55