Johannes B. Kerner hat ja bei mir noch nie einen kernigen Eindruck hinterlassen – eher so im Gegenteil. Da ist zum einen seine windige Interview Technik – Leute immer mit Sachen konfrontieren die man gehört oder gesagt bekommen hat. “Manche Leute meinen ja dass sie” ist ein Kernpunkt dieses Konzepts mit dem man beliebige Prominente in beliebig bedrohlicher Situation vorführen kann und doch die ganze Zeit so tut als hätte man da keine eigene Meinung oder Urteil zu. Windiges Gelaber, immer freundlich – man will sich ja gegenseitig weiter die Nase pudern können – und wenn man aus Versehen einen Wirkungstreffer erzielt hat dann schnell zurückrudern, oder noch besser, das Opfer aus der Sendung komplementieren. Durchexerziert bis zum grausigen Ende mit B-Prominenz wie wie Eva Hermann und Verona Pooth. Der totale Offenbarungseid aus meiner Sicht der letzte Satz vor dem Rauswurf von Eva Hermann:
Diese Reaktion haben ich jetzt nicht auf dem Zettel – darauf bin ich nicht vorbereitetSchon Schade wenn ein Gast gar nicht artig die erwartete Antwort auf Herrn Kerner sein Zettel gibt.
Offensichtlich geniesst Herr Kerner beim ZDF aber totale Narrenfreiheit – niemand anders ausser ihm kann oder darf Sport moderieren – wenn er zum Olympia Urlaub jettet oder wie bei der EM fahrige Moderationen mit Zettelstapeln in der Hand zelebriert müssen in der Zwischenzeit sogar die Sendeplätze seiner Dauerformate freigeblockt werden (im Moment von Barbies Freund Markus Lanz). Während die gesamten Senderspitzen der öffentlich rechtlichen zum Olympia Urlaub jetteten (Qualitätsprüfung, versteht sich) musste aber doch Ausnahmsweise ein Sport-Event in Deutschland moderiert werden:
Erst während der Olympischen Spiele musste sich das Zweite in diesem Zusammenhang den Vorwurf der Verschwendung gefallen lassen. Zusammen mit der ARD hatten die Mainzer 700 Mitarbeiter nach Peking geschickt – deutlich mehr als jede andere europäische Fernsehstation.Wohin das alles führt konnte ich dann gestern Nachmittag beobachten – 16:50 Uhr Logo Kindernachrichten – der Moderator Kim erscheint: Leider ist beim ZDF der Computer mit “den ganzen Filmen” ausgefallen und nicht wieder flott zu kriegen – deswegen jetzt statt Kindernachrichten eine Aufzeichnung eines “making of” Kindernachrichten. Danke ZDF – hätte man da nicht eventuell Herrn Kerner mit einem rettenden USB Stick einfliegen können? Statt redundanter Rechner hatte das ZDF aber immerhin Geld übrig um Olli Kahns Rentenlücke zu füllen und 3 Millionen EUR für die Übertragung seines Abschiedsspiels zu bezahlen. Denke mal Olli Kahn (Kudos) ist jetzt grundversorgt – und wir wurden mit einem wichtigen Sportevent beglückt.
Das Fass zum Überlaufen brachte die Nachricht, dass die Mainzer während der laufenden Spiele ihre Allzweckwaffe Johannes B. Kerner kurzfristig nach Deutschland einfliegen ließen, damit der in Nürnberg das eher unbedeutende Länderspiel Deutschland gegen Belgien moderieren konnte. 7800 Kilometer hin, 7800 Kilometer zurück.
“Unser gesamtes Team ist in Peking” Angeblich gab es zu dem Zeitpunkt hierzulande keinen ZDF-Reporter, der in der Lage gewesen wäre, ein solches Spiel zu kommentieren. „Unser gesamtes Team ist in Peking“, hatte ZDF-Sprecher Stange damals gegenüber WELT ONLINE behauptet.



